Die nächste VMware-Vertragsverlängerung steht an, und Sie ahnen schon, dass die Konditionen nicht einfacher werden? Damit sind Sie nicht allein. Seit Broadcom VMware Ende 2023 übernommen hat, stellen sich viele mittelständische Unternehmen in Bonn und der Region dieselbe Frage: bei VMware bleiben oder den Umstieg wagen?
Unsere Einschätzung aus der Praxis mit mittelständischen Umgebungen: Für viele Betriebe mit überschaubarer Virtualisierung ist Proxmox statt VMware eine ausgereifte, planbare Alternative. Nicht für jeden, und wir sagen in diesem Artikel auch ehrlich, wann nicht. Sie erfahren, was sich bei VMware geändert hat, was Proxmox VE kann, wie der Lizenzrahmen sich unterscheidet und wie der Umstieg in sechs Schritten abläuft, ohne dass Ihre Mitarbeitenden den Wechsel bemerken.
Das Wichtigste in Kürze
- VMware wird nur noch im Abonnement verkauft, Einzelprodukte sind in wenige Pakete gewandert. Für kleine und mittlere Umgebungen bedeutet das häufig höhere und schwerer planbare Konditionen.
- Proxmox VE ist Open Source, wird optional pro CPU-Sockel (nicht pro Kern) mit Subscription lizenziert und bringt Cluster, Hochverfügbarkeit und Live-Migration von Haus aus mit.
- Ein typischer Umstieg läuft in sechs Schritten, meist in Wellen und mit minimaler Ausfallzeit.
- Wichtig ist der Zeitplan: Wer die Migration vor dem Ablauf des VMware-Vertrags startet, verhandelt aus einer starken Position.
Warum VMware für den Mittelstand unplanbarer geworden ist
Bis 2023 war VMware die „sichere Wahl“. Seitdem hat sich das Geschäftsmodell grundlegend geändert:
- Keine unbefristeten Lizenzen mehr. Neue Lizenzen gibt es nur noch als Abonnement. Wer noch eine alte Dauerlizenz hat, bekommt dafür keine regulären Updates und keinen regulären Support mehr; für produktive Systeme ist das auf Dauer keine tragfähige Lage.
- Pakete statt Einzelprodukte. Das frühere Portfolio mit vielen Varianten wurde auf wenige Bundles zusammengeführt. Sie bezahlen dadurch unter Umständen Funktionen mit, die Sie nie nutzen.
- Lizenzierung nach Kernen. Pro CPU müssen Mindestkernzahlen lizenziert werden, auch wenn Ihr Prozessor weniger hat. Exakte Schwellen ändern sich und werden je nach Distributor unterschiedlich kommuniziert; entscheidend ist die Planbarkeit Ihrer konkreten Rechnung.
- Konsequenzen bei verspäteter Verlängerung. Berichten zufolge werden bei nicht fristgerechter Erneuerung Aufschläge fällig.
Wie stark es Sie trifft, hängt von Ihrem Paket und Ihrer Größe ab. Gerade kleine Umgebungen spüren die Umstellung oft am stärksten. Das eigentliche Problem ist aber nicht allein die Höhe der Rechnung, sondern die Planbarkeit: Jede Vertragsverlängerung wird zur Verhandlung, bei der der Hersteller am längeren Hebel sitzt. Genau diese Abhängigkeit lässt sich durchbrechen.
Was ist Proxmox VE?
Proxmox Virtual Environment (Proxmox VE) ist eine Virtualisierungsplattform des österreichischen Herstellers Proxmox Server Solutions GmbH aus Wien. Sie basiert auf Debian Linux und ist Open Source (AGPLv3). Die aktuelle Linie ist Version 9.2 (ISO-Release 21. Mai 2026; installierte Systeme erhalten laufende Paket-Updates).
In einer Oberfläche verwalten Sie:
- Virtuelle Maschinen (KVM/QEMU) und Container (LXC)
- Cluster mit Hochverfügbarkeit (HA) und Live-Migration im laufenden Betrieb
- Speicher mit ZFS, Ceph, NFS, iSCSI und weiteren Optionen
- Netzwerke inklusive VLANs und Software-defined Networking (SDN)
- Backups, auf Wunsch zusammen mit dem Proxmox Backup Server (inkrementell, dedupliziert, verschlüsselbar)
Mit dem Proxmox Datacenter Manager lassen sich außerdem mehrere Cluster und Standorte zentral überblicken. Für den Mittelstand ist das spannend, denn dafür brauchen Sie keinen zusätzlichen Verwaltungsserver wie bei klassischen Lösungen. Eine kurze Einordnung finden Sie auch in unseren Software-Empfehlungen zu Proxmox.
Proxmox und VMware im direkten Vergleich
| Kriterium | VMware (Broadcom) | Proxmox VE |
|---|---|---|
| Lizenzmodell | Abonnement, nach Kernen, in Paketen | Open Source, optionale Subscription pro CPU-Sockel |
| Planbarkeit | Abhängig von Herstellerkonditionen | Öffentliche Preisliste, feste Jahresstufen (Details auf proxmox.com) |
| Cluster, HA, Live-Migration | Ja | Ja, in allen Varianten enthalten |
| Backup | Über Drittanbieter | Proxmox Backup Server integrierbar, zusätzlich Drittanbieter |
| Verwaltung | vCenter (zusätzlicher Server) | Webkonsole direkt im Cluster, Datacenter Manager optional |
| Herstellersitz | USA | Österreich (EU) |
| Ökosystem und Herstellerfreigaben | Sehr groß | Wächst schnell, Freigaben im Einzelfall prüfen |
Wie Proxmox lizenziert wird (ohne Preistabelle)
Proxmox VE können Sie ohne Subscription betreiben. Für den Produktivbetrieb empfehlen wir mindestens eine Subscription, weil Sie damit Zugriff auf das Enterprise-Repository mit getesteten Updates und auf den Herstellersupport erhalten. Die Stufen (Community, Basic, Standard, Premium) unterscheiden sich vor allem in Ticketkontingent und Reaktionszeiten; die aktuellen Beträge stehen ausschließlich auf der offiziellen Proxmox-Preisliste und können sich ändern.
Entscheidend für den Mittelstand: Die Subscription läuft pro CPU-Sockel und Jahr, nicht nach Kernen. Ein Cluster mit mehreren Hosts lässt sich so leichter überschauen als bei kernbasierter Lizenzierung. Zusätzlich zählt wie bei jeder Plattform der Aufwand für Planung, Migration und Betrieb. Den übernehmen wir als Ihr IT-Partner; Sie erhalten ein Festpreisangebot für den Projektumfang, bevor etwas passiert.
Fragen Sie sich, wo Ihre Umgebung heute steht? Wir rechnen die Optionen gern konkret durch, mit Ihren Servern und Ihren aktuellen VMware-Konditionen, ohne pauschale Prozentversprechen.
Für wen lohnt sich Proxmox statt VMware und für wen nicht?
Proxmox passt besonders gut, wenn Sie …
- eine überschaubare Umgebung betreiben (typisch: 1 bis 10 Hosts, bis einige Dutzend VMs)
- vor einer schwierigen VMware-Verlängerung stehen
- überwiegend Standard-Workloads betreiben (Windows- und Linux-Server, Dateiserver, Datenbanken, Terminalserver, Webanwendungen)
- Wert auf europäischen Hersteller, Unabhängigkeit und Planbarkeit legen
Genauer hinschauen sollten Sie, wenn Sie …
- Software einsetzen, deren Hersteller nur VMware ausdrücklich freigibt (z. B. manche ERP-, Datenbank- oder Branchenlösungen). Hier klären wir Freigabe und Lizenzfragen vorab.
- sehr große Umgebungen mit tiefer Integration in VMware-Zusatzprodukte betreiben
- keinerlei Linux-Know-how im Haus haben und keinen Partner einbinden möchten
Proxmox ist nicht die Antwort auf jede Frage. Auch Hyper-V oder andere Plattformen können passen. Eine ehrliche Bewertung gehört zu unserer Arbeit, auch wenn sie am Ende gegen Proxmox ausfällt. Infrastruktur und Virtualisierung besprechen wir unter Leistungen – Infrastruktur.
Der Umstieg in 6 Schritten
- Bestandsaufnahme. Welche VMs laufen, mit welchen Ressourcen und Abhängigkeiten? Welche Lizenzen und Vertragslaufzeiten gelten? Das Ergebnis ist Ihr Migrationsfahrplan.
- Zielarchitektur. Vorhandene Server lassen sich oft weiterverwenden, sofern die Hardware passt. Wir planen Cluster, Speicher, Netzwerk und Backup (z. B. mit Proxmox Backup Server).
- Pilot. Wir beginnen mit unkritischen VMs. So testen wir Ablauf, Performance und Ihre Anwendungen, bevor es ernst wird.
- Migration in Wellen. Proxmox bringt einen Import-Assistenten für VMware-ESXi mit, der VMs direkt vom Host übernimmt. Nach dem Import werden Treiber (VirtIO) und der Gast-Agent eingerichtet. Die Umschaltung legen wir in ein Wartungsfenster, das zu Ihrem Betrieb passt.
- Backup, Monitoring, Dokumentation, Einweisung. Erst wenn Wiederherstellungstests bestanden sind, gilt ein System als abgenommen. Ihr Team erhält eine Einweisung und eine verständliche Dokumentation. Zum Notfallbild passt unser Beitrag Ransomware: erste 24 Stunden.
- Aufräumen und Abschalten. Erst nach erfolgreicher Abnahme läuft der VMware-Vertrag aus. So bleiben Sie jederzeit handlungsfähig.
Je nach Umfang dauert ein Projekt dieser Art von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Ein Großteil der Zeit entfällt auf Planung und Tests, nicht auf die eigentliche Umschaltung.
Typische Stolpersteine und wie wir sie vermeiden
- Zeitdruck kurz vor Vertragsende. Starten Sie die Planung idealerweise mehrere Monate vor Ablauf Ihres VMware-Vertrags. Das schafft Puffer für Tests und Verhandlungsspielraum.
- Treiber und Netzwerk. Windows-VMs benötigen nach dem Import passende Treiber; VLANs und IP-Konfigurationen müssen sauber übernommen werden. Das prüfen wir im Pilot.
- Backup-Umstellung. Bestehende Backup-Software muss Proxmox unterstützen, oder wir stellen auf eine passende Lösung um. Erst testen, dann abschalten.
- Herstellerfreigaben und Lizenzen. Wir klären vorab, ob Ihre Anwendungen auf Proxmox freigegeben sind. Windows-Server-Lizenzen hängen an der Hardware und bleiben vom Hypervisor weitgehend unberührt; wir prüfen das mit Ihnen gemeinsam.
- Fehlendes Know-how. Wir übernehmen Betrieb und Updates auf Wunsch per Servicevertrag; Ihr Team kann sich aufs Tagesgeschäft konzentrieren.
Häufige Fragen zum Umstieg von VMware auf Proxmox
Ist Proxmox für den produktiven Einsatz im Unternehmen geeignet?
Ja. Proxmox VE wird weltweit in Unternehmen produktiv eingesetzt und bietet Cluster, Hochverfügbarkeit, Live-Migration und professionellen Herstellersupport.
Kann ich meine VMware-VMs übernehmen?
In aller Regel ja. Der Import-Assistent übernimmt VMs direkt von ESXi-Hosts. Nach dem Import sind meist Treiber- und Netzwerkanpassungen nötig, die wir vorab testen.
Brauche ich neue Hardware?
Oft nicht. Proxmox läuft auf gängiger x86-Serverhardware. Ob Ihre vorhandenen Server und Ihr Speichersystem geeignet sind, klären wir bei der Bestandsaufnahme.
Wie lange dauert die Migration?
Je nach Umfang von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Entscheidend sind Anzahl der VMs, Komplexität und Ihr Wartungsfenster.
Was passiert, wenn etwas nicht klappt?
Die VMware-Umgebung bleibt bis zur Abnahme bestehen. Sie können jederzeit zurück, bevor Sie sich festlegen.
Ist ein Wechsel auch bei kleinen Umgebungen sinnvoll?
Häufig gerade dann, denn kleine Umgebungen sind von den neuen VMware-Konditionen oft besonders betroffen. Wir rechnen es Ihnen im Einzelfall durch.
Ihr nächster Schritt: unverbindliche Umstiegsanalyse
Sie müssen sich heute nicht entscheiden. Aber Sie können heute herausfinden, ob Proxmox für Sie passt und welche Risiken es gibt.
In einem unverbindlichen 30-Minuten-Gespräch analysieren wir Ihre aktuelle VMware-Umgebung und zeigen Ihnen:
- wie Ihre Plattform heute aufgestellt ist und was sich bei einer Verlängerung ändern könnte
- ob Proxmox für Ihre Anwendungen geeignet ist
- wie ein Umstieg in Ihrem Zeitplan aussehen würde
Ohne Verpflichtung, ohne Verkaufsdruck. Und wenn VMware für Sie die bessere Lösung bleibt, sagen wir Ihnen das ebenfalls.
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Meurologic ist Ihr IT-Partner in Bonn. Seit 2005 betreuen wir mittelständische Unternehmen, Praxen und Kanzleien in Bonn und Umgebung bei Virtualisierung, Backup, IT-Sicherheit, Microsoft 365 und mehr. Kontakt: 0228 823 403 10 · service@meurologic.de · Maarstr. 84, 53227 Bonn